Dialog trotz politischer Gegensätze: Der Besuch in der Werratal-Kaserne
Ausdrücklicher Dank gilt Oberstleutnant Cihar und Oberstleutnant Wiese, die sich die Zeit genommen hatten, eine politisch klar gegen die Militarisierung stehende und sich öffentlich gegen Wehrdienst und Wehrpflicht positionierende Landtags- und Kommunalpolitikerin zu empfangen. Der Besuch verdeutlichte, wie wichtig es ist, einander zuzuhören und Argumente und Sichtweisen konstruktiv auszutauschen.
Während der Standort in Bad Salzungen seit den 1970er Jahren fest in der Region verwurzelt und als Arbeitgeber geschätzt ist, offenbarte der Rundgang massive Mängel. Insbesondere bei den Unterkünften hat sich ein jahrelanger Sanierungsstau aufgetürmt, der zu unzumutbaren Bedingungen führt.
„Eine menschenwürdige Unterbringung ist eine Frage des Respekts, das muss unabhängig von der politischen Haltung zur militärischen Ausrichtung gelten. Soldatinnen und Soldaten haben das Recht auf anständige Bedingungen. Selbst Straftäter werden in Deutschland besser untergebracht.“, so Wirsing.
Klare Haltung zu Verteidigung, Frieden und Aufrüstung
Das BSW steht für eine klare sicherheitspolitische Differenzierung. Die Bundeswehr wird als Verteidigungsarmee verstanden, lehnt jedoch jede Ausrichtung als Angriffsarmee oder die Beteiligung an aggressiven Auslandseinsätzen entschieden ab.
Angesichts der aktuellen politischen Debatten und der zunehmenden Eskalation warnt Wirsing eindringlich vor den historischen Fehlschlüssen einer rein militärischen Logik.
„Wir leben offensichtlich schon zu lange im Frieden und kennen das unermessliche Leid nicht mehr, welches Krieg über ein Land bringt. Warum sonst glauben wir heute wieder ernsthaft, dass nur immer mehr Waffen und blinde Aufrüstung dauerhaften Frieden schaffen können?“
Echte und nachhaltige Sicherheit entsteht nach Auffassung des BSW niemals durch Rüstungsspiralen, sondern ausschließlich durch Entspannungspolitik, soziale Gerechtigkeit und den absoluten Vorrang von Diplomatie und Verständigung.