Pressemitteilung
zu den steigenden Zahlen von Wohngeldbeziehern in Thüringen
Anke Wirsing: “Unser Rentensystem wird kaputtgekürzt. Wir fordern eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs.”
mehr als die Hälfte der Wohngeldbezieher sind Rentner
Grundsicherung im Alter liegt unter der Armutsgrenze
Forderung einer Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs
Laut aktuellen Zahlen der Bundesregierung wächst in Thüringen die Zahl der Wohngeldbezieher. Zuletzt waren es 42.825, davon 27.995 Rentner. „Dass in Thüringen immer mehr Rentner auf Sozialleistungen wie Wohngeld angewiesen sind, zeigt, wie reformbedürftig unser Rentensystem ist“, sagte die sozialpolitische Sprecherin der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, Anke Wirsing. Vor allem typisch ostdeutschen Erwerbsbiografien mit Brüchen, Arbeitslosigkeit, prekärer Beschäftigung und Niedriglöhnen werde das Rentensystem nicht gerecht.
Wie die aktuellen Antworten auf eine Kleine Anfrage zeigen, steigt auch die Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter rasant – zuletzt um 8 Prozent innerhalb eines Jahres. In Thüringen hat sich die Zahl innerhalb von fünf Jahren fast verdoppelt. Wirsing: „Außerdem ist den Antworten auf meine Anfrage zu entnehmen, dass den Beziehern in Thüringen gerade mal ein Bedarf von 906 Euro im Monat zugestanden wird, netto bekommen sie durchschnittlich 583 Euro ausgezahlt. Diese Werte liegen sowohl deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, wie auch unterhalb der Armutsgrenze.“ Die Altersarmut nehme rasant weiter zu: „Selbst nach den schöngerechneten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung müssen 21,3 Prozent der Rentner im Freistaat mit Armutsrenten durchkommen.“
Vor diesem Hintergrund sei es zynisch, wenn immer wieder argumentiert wird, die Renten seien zu hoch, das Rentensystem zu teuer. Wirsing: „Das Gegenteil ist der Fall. Unser Rentensystem wird kaputtgekürzt. Deutsche Rentner bekommen durchschnittlich gerade einmal 55 Prozent ihres letzten Einkommens als Altersrente. In Ländern wie Österreich, Dänemark, Spanien oder Italien sind es 70 bis 90 Prozent.“
Das BSW fordert eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs. Wirsing: „Dort zahlen alle in eine gemeinsame Kasse ein – auch Beamte, Politiker und Selbständige. Die Beiträge sind etwas höher, aber seit 30 Jahren stabil. Am Ende hat der Durchschnittsrentner jeden Monat durchschnittlich 800 Euro mehr in der Tasche als in Deutschland.“
Anke Wirsing MdL
Fachpolitische Sprecherin für
Soziales, Arbeit, Familie und Jugend
Friedenpolitische Sprecherin der Fraktion